Alphabet des Lebens. Die Geschichte des menschlichen Genoms by Matt Ridley

By Matt Ridley

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Viel schwieriger ist es, die molekulare Uhr so zu eichen, daß sie ein echtes Datum in Jahren angibt. Da Menschenaffen lange leben und sich erst in relativ hohem Alter fortpflanzen, tickt ihre Moleküluhr vergleichsweise langsam (die Buchstabierfehler passieren nämlich meistens im Augenblick der Verdoppelung, bei der Entstehung von Ei- oder Samenzelle). Aber wie stark man die Angaben der Uhr deswegen korrigieren muß, ist nicht genau geklärt, und es besagen auch nicht alle Gene das gleiche. Manche DNA-Abschnitte scheinen für eine frühe Spaltung zwischen Schimpansen und Menschen zu sprechen, andere – beispielsweise die Mitochondrien – weisen auf einen späteren Zeitpunkt hin.

In einem letzten, verzweifelten Versuch, die eigene Spezies gegen die Abstammung von den Affen zu verteidigen, behauptete der Anatom Sir Richard Owen in viktorianischer Zeit, der Hippocampus minor sei ein einzigartiger Teil des menschlichen Gehirns, und deshalb müsse er der Sitz der Seele und ein Beweis für die göttliche Schöpfung sein. In den frisch konservierten Gehirnen von Gorillas, die der Abenteurer Paul du Chaillu aus dem Kongo mitgebracht hatte, konnte er keinen Hippocampus minor finden.

Kurz zuvor hatte ihn ein energischer schottischer Professor für Ingenieurwesen, der den seltsamen Namen Fleeming Jenkin trug, scharf angegriffen: Er wies auf die einfache, unwiderlegliche Tatsache hin, daß natürliche Selektion und Vererbung durch Vermischung einander ausschließen. Wenn Vererbung auf der Vermischung von Flüssigkeiten beruhte, konnte Darwins Theorie schlicht und einfach nicht stimmen, denn dann würde jede neue, vorteilhafte Abwandlung in der allgemeinen Verdünnung unter den Nachkommen wieder verlorengehen.

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