Die Last des Unterschieds: Biographie, Lebensführung und by Dieter Karrer

By Dieter Karrer

In der vorliegenden Untersuchung werden Menschen beschrieben, die in ihrer Mehrheit zu den sogenannt "kleinen Leuten" zählen. Dabei geht es um ganz unterschiedliche Dinge: um ihre Biographie und ihren Alltag, um ihre Vorlieben und Wünsche wie um ihre Sichtweise von sich und der Unterschiede zu andern. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie sich der Individualisierungsschub in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts auf die Biographie, die alltägliche Lebensführung und den Habitus von (gelernten und ungelernten) ArbeiterInnen und Büroangestellten ausgewirkt hat. Einerseits werden einzelne Akteure beschrieben und soziologisch interpretiert. Andererseits wird der Frage nachgegangen, ob es gruppenspezifische Gemeinsamkeiten des Habitus und der Lebensführung nach wie vor gibt oder ob sich solche Gemeinsamkeiten im Laufe gesellschaftlicher Individualisierungsprozesse aufgelöst haben. Die Studie folgt einer relationalen und prozessorientierten Untersuchungslogik, die es erlaubt, soziale Akteure aus ihren jeweiligen Bedingungskonstellationen zu verstehen.

Show description

Read or Download Die Last des Unterschieds: Biographie, Lebensführung und Habitus von Arbeitern und Angestellten im Vergleich PDF

Similar german_10 books

Gründung von Technologieunternehmen: Merkmale — Erfolg — empirische Ergebnisse

Die Beschäftigung mit Unternehmensgründungen ist sowohl im wirtschaftspolitischen als auch wissenschaftlichen Bereich äußerst virulent, da Gründungen eine bedeutende Rolle in Bezug auf Wachstum, Beschäftigungswirkung und Innovation zugesprochen wird. Das Buch beleuchtet unter interdisziplinärer Perspektive und bei empirischer Orientierung die Gründung und Entwicklung von Unternehmen überwiegend im technischen Bereich.

Geschlechterverhältnisse in der Schule

Das Lernen in der Schule findet innerhalb von strukturellen Rahmenbedingungen statt und ist immer abhängig von den beteiligten AkteurInnen. SchülerInnen und LehrerInnen machen in diesem Lebensraum je unterschiedliche Erfahrungen mit ihren Interaktionspartnern und mit den strukturellen Voraussetzungen des Schulalltags.

Determinanten und Dynamik des Organizational Learning

Die Thematik des "Organizational studying" findet in jüngster Zeit vor allem durch die in der englischsprachigen Managementliteratur diskutierte "Fifth self-discipline" große Beachtung. Doch trotz vielfältiger Diskussionen und Ansätze zur Beschreibung, Erklärung und Gestaltung "lernender Organisationen" muß in diesem Bereich nach wie vor von einem Theorie-, Empirie- und Methodendefizit gesprochen werden.

Extra resources for Die Last des Unterschieds: Biographie, Lebensführung und Habitus von Arbeitern und Angestellten im Vergleich

Sample text

Je mehr der Habitus von Akteuren mit den Bedingungen iibereinstimmt, in denen sie leben, umso selbstverstandlicher und fragloser erscheint ihnen die Welt. Sie bewegen sich wie ein Fisch im Wasser. Ihre sozialen Bedingungen werden ihnen zur "zweiten Natur", weshalb sie dazu neigen konnen, sie flir natiirlich zu haIten. 22 Diese Harmonie wird gestort, wenn der Habitus auf Bedingungen trifft, die ihm fremd sind. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn sich die sozialen Bedingungen wandeln, die kulturellen Dispositionen aber aufgrund der "Tragheit" und "Beharrungstendenz" des Habitus eine Zeit lang bestehen bleiben.

Das hat nichts mit Unehrlichkeit oder Herablassung zu tun, sondem ist Ausdruck der soziologischen Auffassung, dass man, ware man in einer vergleichbaren Situation wie der Befragte, nicht anders reden und sich nicht anders verhalten wUrde. Diese verstehende Haltung ist insbesondere bei jenen Themen zentral, bei denen es urn stark bewertete Dinge geht. So kann die Frage nach einem Verhalten, das landlaufig hoch bewertet wird, vom Befragten normativ verstanden werden, und dazu fUhren, dass er versucht, den vermeintlichen Erwartungen des Interviewers gerecht zu werden.

Geiger 1987, 77) Wahrend Geiger ganz ahnlich wie Bourdieu noch davon ausgegangen ist, dass zwischen Position, Mentalitat und Typ des Lebensduktus eine enge Beziehung besteht,25 wird dieser Zusammenhang in neueren soziologischen Untersuchungen immer mehr bezweifelt und stattdessen die These einer Individualisierung und Pluralisierung von Lebensformen und Lebensstilen vertreten. 3 Individualisierung der Lebensstile? a. innerhalb der deutschsprachigen Soziologie zu einem gelaufigen Topos geworden (z.

Download PDF sample

Rated 4.38 of 5 – based on 10 votes