Die Psychologie des Terrors. Vom Verschwörungsdenken zum by Robert S. Robins, Jerrold M. Post

By Robert S. Robins, Jerrold M. Post

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Vor allem bei drohender Gefahr kann der vorsichtig mißtrauische Politiker offen paranoid werden. Denn Mißtrauen an sich ist nicht dysfunktional, paranoides Mißtrauen stellt jedoch eine bösartige Störung dar. Paranoia wird dann zur Karikatur eines an sich bei Gefahr angemessenen Verhaltens und Denkens. Der politische Paranoiker hat sich nicht ganz und gar von der wirklichen Welt entfremdet. Vielmehr klammert er sich engstirnig an einen Ausschnitt der Wirklichkeit und vergröbert ihn bis ins Pathologische.

So erklärt sich auch die These, Paranoia sei gar keine Krankheit, sondern eine fehlgeschlagene Form der Anpassung. In der politischen Sphäre geht es weniger um unverhohlene Wahnvorstellungen. Sie sind eher die Ausnahme und für andere klar zu erkennen. Die größere Gefahr geht von Wahngedanken aus, die im Grenzbereich bleiben und daher von anderen nicht so einfach als Produkte des Irrsinns identifiziert werden. Bei den meisten Paranoikern in der Politik ist es 37 wahrscheinlich, daß ihr Wahn die Übertreibung und Störung wirklicher Ereignisse und vernünftiger Überzeugungen enthält und nicht rein psychotischer Erfindung entspringt.

Hier versuchte ein totalitäres System, jede politische Kritik zu verunglimpfen, indem sie ihren Träger zum Paranoiker stempelte. Grigorenko litt nicht an einem krankhaften Wahn. Das paranoide Sowjetsystem verfolgte ihn tatsächlich. Das unterstreicht noch einmal die Bedeutung des kulturellen Kontextes, in dem die Diagnose gestellt wird. Wird die Paranoia von Fachleuten diagnostiziert oder durch Mehrheitsmeinung? Die Dichterin Emily Dickinson fand eine poetische Antwort auf diese Frage: Much Madness is divinest Sense – To a discerning Eye – Much’ Sense – the starkest Madness 55 ’Tis the Majority In this, as All, prevail – Assent – and you are sane – Demur – you’re straightway dangerous – And handled with a Chain – 40 Es ist daher nicht leicht, in einer paranoiden Kultur die Diagnose »politischer Wahn« zu stellen, denn wie sollte man Wahn von tatsächlicher Verfolgung unterscheiden?

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